Ingenieurbüro Salingré und Hübel

Arbeitsbeispiele

Traktor

Wie schnell kommt ein Traktor zum Stillstand?

Bei der Begegnung mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen, wie zum Beispiel Traktor-Gespannen, steigt das Unfallrisiko rasant. Gründe hierfür sind oft ein schlechter Wartungszustand, verschmutzte oder fehlende Signaleinrichtungen (Blinker, Bremsleuchten) oder bauartbedingte Eigenschaften wie geringes Beschleunigungs- und Verzögerungsvermögen.
Zum Verzögerungsvermögen von Traktor-Gespannen wurden Bremsversuche durchgeführt.



Bei dem zur Verfügung stehenden Traktor handelte es sich um einen Case 743 Allrad, der mit einer mechanischen, auf die Hinterräder wirkenden Bremse ausgerüstet war. Die Vorderräder waren ungebremst.
Bei den Versuchen wurde ein mit Strohballen beladener Anhänger verwendet, der über eine auf die erste Achse wirkende Auflaufbremse verfügte.
Die Versuche wurden auf einer Parkplatzfläche durchgeführt, deren Oberfläche zum Zeitpunkt der Versuche eine leichte Feuchte mit stellenweise trockenen Bereichen aufwies.



Die Verzögerung wurde mit einem MotoMeter-Meßgerät bestimmt, das über einen auf dem Bremspedal montierten Pedalkraftgeber ausgelöst wird und das die Verzögerung und die Pedalkraft als Funktion der Zeit auf einem Meßblatt festhält.
Bei den Bremsversuche, die aus einer Geschwindigkeit von circa 35 km/h eingeleitet wurden, wurde die Bremse bis zum Blockieren der Traktor-Hinterräder betätigt. Durch das Blockieren trat eine deutliche Spurzeichnung auf, die mit einer vollständigen Trocknung der Fahrbahn einherging. Der Anhänger zeigte bei den Bremsungen keinerlei Tendenz zum Ausbrechen.
Bei den Bremsversuchen wurde eine mittlere Verzögerung von 2 bis 2,5 m/s² gemessen. Durch Zuschaltung des Allrad-Antriebs wurde infolge der damit verbundene Kopplung auch die Vorderachse gebremst, wodurch eine mittlere Verzögerung von 3,5 m/s² erzielt wurde.