Ingenieurbüro Salingré und Hübel

Arbeitsbeispiele

Glühlampen

War diese Glühlampe beim Unfall in Betrieb?
Bei dieser Fragestellung hilft häufig ein Blick durch ein Mikroskop weiter.



Werden dabei angeschmolzene, also gerundete Glassplitter und Schmelzperlen an den Drahtenden einer zerstörten Glühwendel sichtbar, so müssen beim Bruch der Glühlampe sehr hohe Temperaturen geherrscht haben, muß die Glühlampe also im eingeschalteten Zustand zerstört worden sein.



Dagegen zeigen im kalten Zustand und damit möglicherweise vor dem Unfall schon gebrochene Gläser und Glühwendeln stets eine scharfkantige Bruchfläche.



Häufig erkennt man mit Hilfe des Mikroskops auch, daß die zerstörte Glühwendel mit angeschmolzenen Glasteilchen übersät ist. Die Glühwendel war demnach heiß, die Glühlampe also eingeschaltet, als es bei der Kollision zum Bruch des Glaskolbens kam.



Ein weiteres, auch ohne Mikroskop sichtbaren Indiz dafür, daß die Glühlampe beim Unfall in Betrieb war, sind die sogenannten Anlauffarben (gelb bis blau), die nur entstehen, wenn die sehr heiße, also eingeschaltete Glühwendel infolge des Bruchs des Glaskolbens mit dem Luftsauerstoff in Kontakt kommt.



Ebenfalls ohne Mikroskop erkennbar sind starke, anomale Verformungen der Glühwendel, die nur entstehen, wenn die im heißen Zustand relativ weiche Glühwendel den Kollisionskräften ausgesetzt sind, die weit über den im Normalbetrieb auftretenden kräften liegen.
(auf der Abbildung war die Glühbirne vor dem Bruch nicht in Betrieb)



Kommt es während dieser Verformung kollisionsbedingt zu einer Unterbrechung des Stromflusses, so erkaltet die verformte Wendel schlagartig und die Verformung wird „eingefroren“ und bildet nach dem Unfall einen eindeutigen Hinweis auf den Betriebszustand der Lampe.
(auf der Abbildung war die Glühbirne vor dem Bruch in Betrieb)